Monatsandacht

Juni und Juli 2017

Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt, bis hin zum Tod. (Offb 12,11)

Jesus, der Sohn Gottes, beauftragt seine Jünger als seine Zeugen (griech.: martyres). Sie sollen Zeugen Jesu sein, Zeugnis (martyria) von Jesus geben, von seinem Tod und seiner Auferstehung, von seinem stellvertretenden Sühnetod zu unserem Heil.
Schon in seinen Abschiedsreden vor der Kreuzigung hatte Jesus seinen Jüngern angekündigt: "Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir. Und auch ihr seid meine Zeugen, denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen." (Joh 15,26f)

Am Tag seiner Auferstehung kam der gekreuzigte und auferstandene Jesus zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: "So stehts geschrieben, daß Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und daß gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem und seid dafür Zeugen." (Lk 24,46-48)

In seinen weiteren Begegnungen mit den Jüngern in den Tagen bis zu seiner Himmelfahrt bekräftigte der auferstandene Herr immer wieder ihre Aufgabe, seine Zeugen an alle Menschen zu sein:        
"Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde." (Apg 1,8)
"Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen." (Mt 24,14)

Auch der für den Jünger Judas Iskariaot nachzuwählende Jünger mußte die Voraussetzungen für diesen Apostel- und Zeugendienst mitbringen:
"So muß nun einer von diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter uns ein- und ausgegangen ist – von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, an dem er von uns genommen wurde –, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden." (Apg 1,21f)

Mit dem Pfingsttage begann dann die große Aufgabe der Weltmission, das Zeugnis von dem gekreuzigten und auferstandenen Heiland Jesus Christus – zur Rettung für alle, die es hören und an ihn glauben: 
"Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen." (Apg 2,32)

"Den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den Toten; dessen sind wir Zeugen." (Apg 3,15)          
"Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus." (Apg 4,33)          

"Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt. Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben. Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen." (Apg 5,30-32)

"Und wir sind Zeugen für alles, was er getan hat im jüdischen Land und in Jerusalem. Den haben sie an das Holz gehängt und getötet. Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu bezeugen, daß er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten. Von diesem bezeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen." (Apg 10,39-43)

In ihrem Dienst des Zeugnisses von Jesus sind die, die an Jesus glauben, sich zu ihm bekennen und ihn bezeugen, wie Schafe mitten unter Wölfen: "Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. ... sie werden euch den Gerichten überantworten und werden euch geißeln in ihren Synagogen. Und man wird euch vor Statthalter und Könige führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis." (Mt 10,16-18)

Die Bezeugung (martyria) Jesu, des Sohnes Gottes, führt die Zeugen Jesu in dieser Welt ins Martyrium. Sie kommen wegen ihres Glaubens an Jesus und um ihres Zeugnisses von Jesus willen in Bedrängnis, Leiden, Verfolgung, bis hin zum Getötetwerden.

Das Zeugnis von Jesus brachte so manchen Christen Bedrängnis, dem Apostel Johannes z.B. sogar die Verbannung: "Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um das Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus." (Offb 1,9)   

Im Buch der Offenbarung werden die Christen wiederholt als die bezeichnet, "welche das Zeugnis Jesu haben". (Offb 1,2.9; 6,9; 12,11.17; 19,10; 20,4)

Der Teufel kämpft gegen die, "die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu." (Offb 12,17)

Der Seher Johannes sah "die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen." (Offb 6,9)

An anderer Stelle: "Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihrer Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig ..." (Offb 20,4)

Durch sein gehorsames stellvertretendes Sühnopfer am Kreuz von Golgatha ist und bleibt Jesus der Sieger über Sünde, Tod und Teufel:
"Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel:   
Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus; denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt, bis hin zum Tod." (Offb 12,10+11)

In der bisherigen Kirchengeschichte hat es immer wieder Zeiten solcher Verfolgungen der an Jesus glaubenden und Jesus bekennenden Christen gegeben. Angefangen beim Martyrium des Stephanus (Apg 6+7; 22,10), und nach ihm vielen, vielen weiteren.

In unserer Gegenwart hat die Christenverfolgung in vielen Ländern in den letzten Jahren außerordentlich stark zugenommen und ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht.

Auch Christen gehen dem Leid nach Möglichkeit aus dem Wege. Aber sie bekennen Jesus, den Sohn Gottes, den einen Heiland der Welt (Joh 14,6; Apg 4,12). Und sie leiden ggf. lieber alles um seinetwillen, als daß sie ihn verleugnen, der sie mit seinem Blut erkauft und in Ewigkeit errettet hat.

Es grüßen Sie, liebe Gemeindeglieder, herzlich
Ihr Pfarrer Hamel, Mitarbeiter und Kirchvorsteher

mit dem Lied EG 136 von Philipp Spitta:

O komm, du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an,
daß jeglicher getreuer
den Herrn bekennen kann.

O du, den unser größter
Regent uns zugesagt:
komm zu uns, werter Tröster,
und mach uns unverzagt.
Gib uns in dieser schlaffen
und glaubensarmen Zeit
die scharf geschliffnen Waffen
der ersten Christenheit.

Unglaub und Torheit brüsten
sich frecher jetzt als je;
darum mußt du uns rüsten
mit Waffen aus der Höh.
Du mußt uns Kraft verleihen,
Geduld und Glaubenstreu
und mußt uns ganz befreien
von aller Menschenscheu.

Es gilt ein frei Geständnis
in dieser unsrer Zeit,
ein offenes Bekenntnis
bei allem Widerstreit,
trotz aller Feinde Toben,
trotz allem Heidentum
zu preisen und zu loben
das Evangelium.