Monatsandacht

April und Mai 2017

Siehe, hier ist mehr als Jona. (Mt 12,41 c)

Einige Schriftgelehrte und Pharisäer wollten von Jesus "ein Zeichen sehen", eine Machttat Gottes. Mit solch einem Wunderzeichen sollte Jesus vor ihnen unter Beweis stellen, daß er der Messias ist, der in der Vollmacht Gottes handelt.
"Da fingen einige von den Schriftgelehrten an und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen." (Mt 12,38)
Dabei tat Jesus doch laufend Wunderzeichen auf Wunderzeichen: Er predigte in Vollmacht, er stillte den Sturm, speiste Tausende, heilte Kranke, machte Belastete frei, ja weckte sogar Tote auf! Das wußten sie doch! – Aber nein: Sie selbst wollten bestimmen und von Gott fordern, daß er ein Zeichen tun sollte. Dann wollten sie vielleicht an ihn glauben, und an Jesus als den erwarteten Messias und Sohn Gottes. Sonst nicht.
Kennen wir das? "Wenn Gott Gott wäre, dann müßte er doch ..." Und dann kommen die Zeichenforderungen an Gott, was Gott alles tun müßte: in der Welt, im eigenen Leben, und überhaupt. – Und solange er das nicht tut, bekommt er keine Anerkennung, keinen Glauben, keinen Gehorsam, kein Vertrauen, wird ignoriert.
Was für eine anmaßende und gottlose Grund- und Lebenshaltung, solche Zeichenforderung! – Da tut der heilige dreieinige Gott Zeichen über Zeichen im Leben eines jeden Menschen: schenkt das kostbare Leben, Wunder seiner Schöpfung, erhält und bewahrt es, beschenkt und erfreut täglich mit so viel Gutem. Wem die Augen dafür geöffnet werden, der kann nur staunend daran denken und ihm danken. Für die machtvollen Wunderzeichen seiner Liebe im Kleinen und im Großen unseres Lebens! -
Aber der Unglaube, die Sünde, wischt das alles zur Seite, als wäre es nichts, oder schreibt Gott "Zeichen" vor, die er tun müßte, um gnädigerweise etwas Anerkennung durch den Menschen finden zu können. – Eine tödliche selbstgebaute Falle. Das geht böse aus, wenn Gott nicht noch in seiner grundlosen Gnade rettend eingreift und zur Umkehr leitet.
Jesu Antwort an die Zeichenforderer: "Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein." (V. 39+40)
Und dann? - Die Auferstehung Jesu! Das ist das große Wunderzeichen, die große Machttat Gottes: Gott hat seinen Sohn, Jesus den Gekreuzigten, aus dem Tode auferweckt! Und hat ihn damit als den Messias, den Christus, den Gesalbten, vor aller Welt bestätigt.
Die leibhafte Auferstehung Jesu Christi von den Toten am dritten Tage ist zugleich das Siegel darauf: Sein Leiden und Sterben am Kreuz ist das vor Gott gültige stellvertretende Sühnopfer für die Sünden der Welt. Wer dieses Opfer im Glauben an Jesus in Anspruch nimmt, empfängt Gottes Vergebung und das ewige Leben.
Jesus, der Sieger über Sünde, Teufel und Tod, ist seinen Jüngern und vielen weiteren vielfach erschienen, begegnet, in den vierzig Tagen zwischen seiner Auferstehung und seiner Erhöhung zur Rechten des himmlischen Vaters (Himmelfahrt).
Das Wunderzeichen, die Machttat Gottes im Erlösungstod sowie der Auferstehung seines Sohnes wird seither in aller Welt verkündigt. Viele haben Jesus, ihren Heiland, gefunden und sind durch ihn für die Ewigkeit bei Gott errettet worden. Andere dagegen haben ihm den Rücken zugekehrt, ihren Retter abgewiesen und bleiben verloren. Jesus sagt weiter:
"Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona.
Die Königin vom Süden wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo." (V.41+42)
Als der Prophet Jona an Land geworfen war, ging er in die gottlose Stadt Ninive und predigte ihnen Gottes Wort. Und das erstaunliche Wunder geschah: "Die Leute von Ninive ... taten Buße nach der Predigt des Jona."
Möge das auch bei uns geschehen, wenn uns – insbesondere in diesen Wochen der Osterzeit – der gekreuzigte und auferstandene Herr Jesus Christus gepredigt wird, damit wir ihm glauben und gerettet werden. "Siehe, hier ist mehr als Jona."

Es grüßen Sie, liebe Gemeindeglieder, herzlich
Ihr Pfarrer Hamel, Mitarbeiter und Kirchvorsteher

mit dem Lied  EG 101 von Martin Luther:

Christ lag in Todesbanden,
für unsre Sünd gegeben,
der ist wieder erstanden
und hat uns bracht das Leben.
Des wir sollen fröhlich sein,
Gott loben und dankbar sein
und singen Halleluja.
Halleluja.

Den Tod niemand zwingen konnt
bei allen Menschenkindern;
das macht' alles unsre Sünd,
kein Unschuld war zu finden.
Davon kam der Tod so bald
und nahm über uns Gewalt,
hielt uns in seim Reich gefangen.
Halleluja.

Jesus Christus, Gottes Sohn,
an unser Statt ist kommen
und hat die Sünd abgetan,
damit dem Tod genommen
all sein Recht und sein Gewalt;
da bleibt nichts denn Tods Gestalt,
den Stachel hat er verloren.
Halleluja.

Es war ein wunderlicher Krieg,
da Tod und Leben rungen;
das Leben behielt den Sieg,
es hat den Tod verschlungen.
Die Schrift hat verkündet das,
wie ein Tod den andern fraß,
ein Spott aus dem Tod ist worden.
Halleluja.